Direkt zum Hauptbereich

Zurück in die 80er!

Zwei Drittel meines currently readings "Eleanor & Park" von Rainbow Rowell habe ich schon gelesen und bin ein wenig hin und her gerissen. Und um ehrlich zu sein habe ich auch etwas Angst. Warum? Das erfahrt ihr im Folgenden...

Die Geschichte um Park und Eleanor beginnt im August 1986, was einem unter anderem durch das Äußere der Charaktere noch einmal vor Augen geführt wird. Eleanor kommt neu an eine Highschool, sie ist allerdings nicht mit ihrer Familie umgezogen, sondern kehrt durch zunächst unklare Umstände nach längerer Zeit zu ihrer Familie zurück.
Als Park sie das erste Mal im Schulbus sieht und sich gezwungen fühlt, ihr zur Hilfe zu eilen, ist er peinlich berührt - er schämt sich für sie. Eleanor wiederum kann ihn ebenso wenig leiden, den Jungen, der wochenlang im Bus neben ihr sitzt und dennoch kein Wort mit ihr spricht und sie in der Schule ignoriert.
Doch wie der Titel und das Cover eigentlich schon verraten, passiert, was passieren muss: aus Peinlichkeit und Ablehnung entsteht Liebe. Aber kann die Liebe zweier Menschen, die aus zwei unterschiedlichen Welten stammen, überleben? Und damit meine ich nicht zwei Welten wie die Erde und der Mars oder eine Liebe zwischen Mensch und Vampir: ich meine die schonungslose und ganz individuelle Realität, in der jeder von uns aufwächst.
Während Park zwei liebevolle und absolut vorzeigbare Eltern hat, quält sich Eleanor durch den Alltag. Keine Badezimmertür, keine Zahnbürsten, kein Platz und keine Verlässlichkeit.
Und an dieser Stelle kann ich nun auch lüften, was mir Angst bereitet. Wie zu Anfang erwähnt, hat sich Park zeitweise immer wieder für Eleanor geschämt und ich frage mich, ob romantische Gefühle einen wirklich dauerhaft über so etwas hinwegsehen lassen können. Auf der anderen Seite begibt sich Eleanor nämlich auch in eine gefährliche Abhängigkeit, in der sie die Hilfsbedürftige und Verletzliche ist, während Park durch sein heiles Zuhause und Umfeld die Rolle als Retter zugespielt bekommt.
Ich bin bisher ein großer Fan von dem Paar (und von dem Buch) und bin gespannt ob und wie die Autorin meine Bedenken im letzten Drittel des Buches vielleicht aufgreift.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Well that escalated quicklly...

Kürzlich habe ich mich aufgerafft und den Rest des Buches "Never loved before" von Monica Murphy gelesen, welches der Auftakt einer neuen Reihe ist. Der Klappentext verspricht eine seichte Liebesgeschichte, die ich beim Kauf natürlich auch erwartet habe. Um dies einmal vorweg zu sagen: ich habe nichts dagegen, wenn Bücher mich mit ihrem Inhalt überraschen, wenn mehr drin steckt, als man eigentlich erwartet hatte... Neben der Liebesgeschichte von Katie und Ethan ist eine zweite Thematik in diesem Buch von großer Bedeutung. Schonungslos und in allen Einzelheiten wird hier ein Verbrechen geschildert, bei dem es einem kalt den Rücken herunter läuft. Die Aufteilung von Gegenwart und Vergangenheit fand ich sehr gelungen. Die Entscheidung, dem Leser ein solches Thema parallel zu einer Romanze näher bringen zu wollen, fand ich allerdings schon von Beginn an etwas fragwürdig. Auf der einen Seite nimmt der "schockende" Teil dem Romantischen seine unschuldige Liebenswürd...

Ungreifbar, vielschichtig, besonders

Bei kaum einem anderen Buch wusste ich weniger, wie ich es beschreiben soll, wie ich in wenigen Sätzen vermitteln kann, was es aussagt. Trotzdem möchte ich den Versuch wagen, etwas Ungreifbares (meiner Meinung nach) zu greifen. Also, worum geht's? Ein deutsches Dorf am Fuße eines Berges gerät in eine Krise. Nachdem dieser lange Zeit für Arbeit und vor allem Identität sorgte, steht das Bergwerk still. Das resultiert vor allem aus dem Artikel eines Journalisten, der feststellt, dass der Berg einsturzgefährdet ist und das Dorf unter sich begraben könnte. Ein Großteil der Anwohner verlässt das Dorf. Nur ein Bruchteil der Bevölkerung möchte das sinkende Schiff nicht verlassen. Armut, Einsamkeit und Monotonie bestimmen fortan den Alltag der Menschen, bis eines Tages der allseits bekannte Martin verunglückt und Regionalmanager Merih im Dorf auftaucht. Dieser hat den Auftrag, auch die letzten Anwohner umzusiedeln. Aber bevor er das tun kann, muss er Teil der Gemeinschaft werden... Es...

Erster Thriller-Ausflug: Die Rivalin von Robotham

Mit einem leichten Anflug von Angst und Respekt habe ich zu diesem Buch gegriffen. Ich bin nun wirklich kein Thriller-Leser aber Die Rivalin hat mich dann doch bekommen. Nachdem das Buch regelmäßig in Booktube hochgehalten wurde und es dann in der Buchhandlung direkt vor mir stand, dachte ich mir: Wie verstörend kann es schon werden? Tja. Tatsächlich war der erste Teil ziemlich schonend. Es wird abwechselnd aus Agathas und aus Meghans Perspektive erzählt. Beide leben in London und können unterschiedlicher kaum sein. Agatha kommt aus einer zerrütteten Familie, ist alleinstehend und hält sich mit einem Supermarktjob über Wasser. Meghan ist verheiratet, wohlhabend und Mutter zweier Kinder. An Agathas Arbeitsplatz treffen die Beiden regelmäßig aufeinander, was aber nur eine von ihnen wirklich registriert. Robotham zeichnet hier ein sehr realistisches Bild: Agatha hält Meghans Leben für perfekt, was es nach außen hin auch ist. Sieht man das ganze aus Meghans Perspektive, ist es das mi...